| Nüburgring 2009 |
1. Akt: Nürburgring am 05.04.2009Vergiss Doppelherz, Rollator, Gehhilfe, Viagra, Betablocker, Kukident, Inkontinenz-UnnerbuxXx-Einlagen, der Ü40 Cup ist am Start ! Die historische Stätte Nürburgring sollte es sein. Unzählige Rennschlachten wurden hier bereits geführt, und schon wieder soll an genau diesem Ort Geschichte geschrieben werden: Ü 40 Cup, erstes Rennen. Die Rettung des Supermoto geht in die erste Runde. Im Rahmen der neuen Nürburgring Supermoto Serie sollte der Cup seinen ersten Wertungslauf starten. Das Reglement ist einfach: Der Fahrer muss am Tage des Rennens nicht nur dem Aussehen und des Wohlfühlfaktors nach, nein, auch per Ausweis mindestens 40 Jahre alt sein. Seine Waffe im Kampf darf hingegen ruhig neueren Baujahres entsprechen und sollte den DMSB Richtlinien für den faszinierenden Supermoto Sport Genüge tun. Zusätzlich ist eine kleine Klappleiter zum Besteigen des für einen über 40 Jahre alten Menschen relativ ungewohnten, wie auch hohen Sportgeräts erlaubt. Der geneigte Zuschauer erkennt spätestens beim Betrachten von Offroadteil und Slickbereifung das Kind, bzw. den Wahnsinn im Manne und/oder der Frau. Bei typisch trockenem Eifelwetter fanden sich im Vorfeld lediglich 13 Nennungen ein, was durchaus an dem für alte Menschen kalten und harten Winter gelegen haben kann. Nichts desto strontz sollten genau diese 13, samt zweier Nachnenner, um Ruhm und Ehre kämpfen. Eines gleich vorweg: An der Spitze wurde es ein recht einsames Rennen des schon im Training dominierenden Jürgen Hüther. Dank seiner Doppelherz Aprilia fiel es ihm auf der sehr schnellen Strecke leicht, die über Jahre gewonnene Erfahrung in schnelle Rundenzeiten umzusetzen. Erstaunlich gleichmäßig und somit kräftesparend umrundete er den schnellen Kurs in der Regel 3 Sekunden schneller als der Zweitplazierte Peter Furbach, dicht gefolgt von Peter Martin. Runde 3: Ein mit allen Mitteln kämpfender Thomas Wiesenthal warf in zweideutiger Absicht seinen Kupplungsschutzdeckel dem dicht folgenden Konkurrenten mit List und Heimtücke vor´s Rad. Genutzt hat ihm diese Aktion, wie er später selber zugab, nichts. Doch diese kleine Sünde wurde von höchster Stelle noch in Runde 4 bestraft. In der Bergaufschikane erwischte ihn einer der schon Tags zuvor bei den Fahrern umstrittenen Schikanen bildenden Reifen am linken Fuss, was ihm den Schmerz in die Glieder und das Motorrad bis zum nächsten Streckenposten fahren liess, um dort unter Schmerzen das Gefährt an ungefährlicher Stelle im Kiesbett abzustellen. Sogleich erkannte man die Routine der Nürburgring Streckenposten samt Rettungspersonal. In rekordverdächtiger Zeit wurden rote Flaggen geschwenkt und schon stand ein Krankenwagen direkt neben dem Verletzten, den man schon durch Tücher vor den Blicken der imaginär vorhandenen Zuschauern schützte. Den Neustart des nun auf 10 Runden angesetzten Rennens gewann wieder Jürgen Hüther, der erneut dem Feld davon eilte, als hätte ihn der Teufel geritten. Vermutlich lag es auch daran, dass die unbändige Leistung seines Motorrades auf dem nun schikanenbefreiten Kurses vollends zur Geltung kam, was seine fahrerische Leistung jedoch nicht im Geringsten schmälern soll. A pro pos Leistung: Christoph Welter quetschte seine auf diesem Hochgeschwindigkeitskurs völlig unpassende 250er 4-Takt Yamaha aus, dass es einem Tränen der Verzückung, sowie einer kleinen Träne der Vorfreude auf die weitaus engeren Kurse die noch folgen werden, in die Augen trieb. Mit rund 35 Sekunden Vorsprung sicherte sich Hüther ungefährdet den Sieg in Lauf 1 vor dem bekennenden Offroadfeind Peter Fuhrbach, der wiederum 13 Sekunden vor Peter Martin durchs Ziel rollatorte. Einen sehenswerten Kampf gab es um Position 4 zwischen Joachim Schramm, Jörg Gregor, Harald Wirtz, Carsten Kögel und Helmut Ditzel. Der Punktestand nach Lauf 1:
Lauf 2:Erneut zog Jürgen Hüther dem Feld souverän davon und sicherte sich den Sieg mit 27 Sekunden Vorsprung vor den ebenfalls stark fahrenden Peter Fuhrbach und Peter Martin.Jörg Gregor hatte diesmal Georg Lamberty im Handgepäck, dicht gefolgt von Joachim Schramm samt Windschatten Harald Wirtz. Der Punktestand nach Lauf 2:
Text und Fotos von: xyz |